portfolio institutionell Awards 2018

Laudatio der Kategorie:
Beste Stiftung

Mitglieder der Jury:

Alexander Etterer, Rödl & Partner (Lead)
Frank Boedicker, Boedicker Consulting
Dr. Thomas Mecking, Stiftungskonzepte

Die Kategorie Beste Vermögensverwaltung in einer Stiftung ist immer so etwas wie der emotionale Höhepunkt der Portfolio Awards. Nicht weil die Musik hier besonders laut spielt, sondern weil hinter der Kapitalanlage einer jeden Stiftung die Verwirklichung des Stiftungszwecks steckt, der wiederum zur Gänze mit Menschen, mit Schicksalen, mit Leid, mit Linderung, aber auch mit Freude und mit Zukunft zu tun hat. Insofern ist es wichtig, das Stiftungen ihre Kapitalanlage insbesondere im Umfeld einer finanziellen Repression, wie wir sie derzeit erleben, professionell und zielgerichtet angehen.

Alle zehn nominierten Stiftungen können von sich sagen, diese Aufgabe vollumfänglich zu erfüllen, eine jedoch mussten wir prämieren bzw. aus diesem Pool herausgreifen. Wenn wir nach den Unterlagen gegangen wären, dann hätte es mehrere Gewinner geben müssen. Beim Sieger fiel zunächst einmal ins Auge, dass der Aspekt der Qualität bei der Stiftung im Vordergrund stand, und dass neben der Sicherheit in der Kapitalanlage auch auf das Wachstum abgestellt wurde, von vorn herein. Je länger es die Stiftung gibt, desto länger kann sie wirken und Menschen helfen, das ist die Logik dahinter. Sicherheit gehört also zur DNA der Stiftung, weil es zu jeder Stiftung gehört, vor allem aber auch der Aspekt des Kapitallaufbaus, und das verändert von vorn herein auch schon den Blick auf die Anlagepolitik und die Anlageklassen. Dazu delegiert die Stiftung ihre Kapitalanlage nicht nur an einen Verwalter, nein, sie verteilt diese Aufgabe auf verschiedene Schultern, sucht ihre Verwalter nach bestimmten Prinzipien aus und schafft es darüber, die Rolle des passiven Portfoliokontrolleurs vollumfänglich auszufüllen. Denn die Verwalter werden an die Kandare genommen, dürfen nur geringfügig im Vergleich zu den anderen Verwaltern underperformen, sonst gibt es die gelbe Karte. Das kennen Sie vom Fußball – also in Berlin eher nicht, denn hier wird ja nicht Fußball gespielt, und deshalb gibt’s auch keine gelben Karten (kann man auch weglassen). Wird dann das „Problem“ nicht gelöst, gibt es die Rote Karte, konsequentes Handeln ist also eine Prämisse der Stiftung, und diese Konsequenz ist oberstes Gebot im Risikomanagement. Wenn wir etwas bekritteln würden, dann vielleicht den Aspekt des Reportings, insbesondere da Dritte mit an Bord sind.

Der Jury war es wichtig, neben der auch sehr guten Wertentwicklung die genannten qualitativen Aspekte der Vermögensverwaltung einer Stiftung zu prämieren, denn Stiftungen sollen sich an den hier prämierten und nominierten Stiftungen ein Vorbild nehmen, für ihre tägliche Praxis. Ich weiß nicht, wer von Ihnen zuletzt mit Stiftungen sprach? Wir sagen immer, Vermögensverwaltung muss gelebt werden, und wir zeichnen hier eine Stiftung aus, in der das zum voll zum Tragen kommt: Es sind die Schmitz Stiftungen aus Düsseldorf.

Platz 2+3:

Lassen Sie es mich so sagen: Platz 2 und Platz 3 hätten den Awards in diesem Jahr genauso verdient, aber als Jury möchte man auch bestimmte thematische Akzente setzen, und diese stachen beim Gewinner schlichtweg hervor. Platz 2 geht an die Oberfrankenstiftung mit ihrer Politik der ruhigen Hand, die sehr gute Ergebnisse produziert hat und die mit ihrer Idee von Diversifikation wirklich in der ersten Liga spielt. Platz 3 ging an die Stiftung Behindertensport in Sachsen-Anhalt. Auch hier wird Kapitalanlage delegiert, vor Jahren wurde ein Strategieschwenk beschlossen, das zeugt von Mut und zukunftsgewandtem Handeln. Die Ausarbeitung hatte eine sehr hohe Qualität, es steckte viel Mühe drin, das Reporting des Verwalters macht einen guten Eindruck, sogar eine Simulation eines Lehman-Szenarios war hier enthalten, das zeugt von großer Sensibilität hinsichtlich des Risikomanagements in der Stiftung, und auch das hätte zum Vorbild getaugt.

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