Projekthintergrund
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Die staatliche Wasserversorgung liegt in West-Kalimantan bei 15% (in den Kleinstädten Javas liegt sie bei durchschnittlich 65%). Die unzureichende Wasserversorgung zwingt die Bevölkerung vielerorts auf Flusswasser zurückzugreifen. Wegen der (meist illegalen) Goldgewinnung unter Einsatz von Quecksilber sind inzwischen viele Flüsse quecksilberverseucht und gefährden die Gesundheit der Bevölkerung in weiten Regionen Kalimantans. Die Dayaks sind zunehmend auf die Nutzung des Regenwassers und seine Aufbereitung als Trinkwasser angewiesen.

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Zielsetzung
Das Wasser wird durch direktes Auffangen der Niederschlagsmengen in einfachen offenen Ton- oder Betonkrügen gesammelt und gespeichert. Da die Behältnisse jedoch fast nie gereinigt und abgedeckt werden, sind sie eine Brutstätte für Moskitos und andere Insekten, sodass durch unsachgemäßen Einsatz auch durch das abgestandene und bakteriell verseuchte Wasser ebenso gesundheitliche Gefahren ausgehen. Untersuchungen haben gezeigt, dass in den von der Rural Development Aid Foundation betreuten Dayak Dörfern lediglich 60% über Regenwasserauffangbehältnisse verfügen, wobei die Anzahl an Sammelbehältern pro Familie völlig unzureichend ist.  

Ziel des vorliegenden Pilotprojektes ist es, 40 wartungsarme Regenwassernutzungs- systeme mit guter Wasserqualität und besserer Nutzungseffizienz in drei Dayak Dörfern für etwa 100 Familien zu installieren. Das von der Rural Development Aid Foundation entwickelte Anlagenmodell ist so ausgelegt, dass sich zwei oder drei benachbarte Familien eine Anlage teilen. 

Projektverlauf
Zunächst werden die Dächer der kleinen Häuser oder Hütten saniert und repariert, damit der auf den Dächern lagernde Schmutz nicht direkt in den Wassertank gespült wird. Ferner müssen Dachrinnen angebracht und ein Zuleitungssystem zu den Wassertanks errichtet werden. Die Wassertanks, werden unter Anleitung von Fachpersonal von den Begünstigten selbst aus Beton hergestellt. Die von Rural Development Aid Foundation entwickelte Form beinhaltet ein Zweikammer-System mit einem vorgelagerten Feinsandfilter. In der zweiten Kammer wird das Wasser über einen Auslauf mit Wasserhahn entnommen. Um zu vermeiden, dass Schmutz und Schwebeteilchen vom Dach ins Zuleitungssystem in den Tank gespült werden, hat RDAF einen Wirbelfilter entwickelt, der als Vorfilter in das Leitungssystem eingebaut wird. Die Wassertanks besitzen nur eine kleine Öffnung, die von einem feinmaschigen Gitter abgedeckt werden, welches keine Insekten oder Schwebteilchen durchlässt. Die Tanks sind sehr wartungsarm und werden zweimal im Jahr von den Nutzern gesäubert und der Feinsand in der Filterkammer ausgewechselt.

Ergänzt wird das Regenwasseranlagenprojekt durch den Bau von Latrinen zur Verbesserung der Sanitär- und Hygienebedingungen in den Häusern, da die alten Latrinen kaum noch zu gebrauchen und eine Brutstätte für Bakterien und Krankheitserreger darstellen.

Als eine weitere besonders wichtige Begleitmaßnahme wurde im Rahmen des Projektes ein medizinischer Hilfsfonds eingerichtet. Aus diesem werden besonders arme Familien aus dem Projektgebiet begünstigt, deren Kinder und Säuglinge dringend ärztlich untersucht werden müssen und eine ärztliche Grundversorgung benötigen. Realisierung und Projektergebnis:

Für das Projekt stand die Rural Development Aid Foundation als kompetenter Partner zur Verfügung, die in Kooperation mit der Schmitz-Hille-Stiftung bereits diverse technische Projekte, des weiteren Projekte zur Einkommensverbesserung ländlicher Bevölkerungsgruppen, sowie Sozial- und Jugendausbildungsprojekte im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit mit Erfolg realisiert hat.

Bei dem realisierten Projekt handelt sich um ein sehr wirkungsvolles und nachhaltiges Projekt mit sichtbarer Verbesserung des gesundheitlichen Zustandes der Begünstigten und einer Verbesserung ihrer Lebensqualität. Das Projekt läßt sich vor allem gut auf benachbarte Gemeinden und Regionen übertragen und beliebig erweitern. Die technischen Verfahren wurden von der Rural Development Aid Foundation entwickelt und werdne auch anderen Partnern und Organisationen auf Anfrage gern zur Verfügung gestellt.

In Kooperation mit der Rural Development Aid Foundation (RDAF) und Yayasan Anak Negeri (YAN); Indonesien – Singkawang (Kalimantan)