Projekthintergrund
ecuardor_heilkraeuter_01Die überwiegende Zahl der Kleinbauern in der Provinz Tungurahua in Zentral-Ecuador leben in großer Armut. Die Kleinbauern leben von den Erträgen ihrer kleinen Familienparzellen, deren Größe zwischen 0.2 – 0.5 ha liegt. Die Bauern haben mit einer Vielzahl von Problemen zu kämpfen, wie z.B. degradierte Böden, fehlendes Kapital um die erforderlichen Investitionen aufbringen zu können, mit denen die Wiedergewinnung der Böden beschleunigt werden könnte, Mangel an organischen Saatgut, Dünger und Maschinen, geringe Kenntnisse über die ökologischen Anbaumethoden/Techniken und mangelnde Kenntnisse in der Kleintierzucht oder fehlende Vermarktungsmöglichkeiten. Ohne Unterstützung von Außen haben die Familien kaum eine Chance, ihre Lebens- und Einkommenssituation zu verbessern.

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Zielsetzung
Das übergreifende Ziel des Projektes ist die verbesserung der Lebens- Einkommen- und Gesundheitssituation der kleinbäuerlichen Zielfamilien. Im Rahmen des vorliegenden Projektes sollen Kleinbauern und Kleinproduzenten im Bereich Landwirtschaft und Vermarktung unterstützt werden. Gleichzeitig sollen die erreichten Erfolge aus einer erfolgten Vorphase gefestigt werden.

Ein weiteres Ziel ist es, die Arbeit und die Position der Trägerorganisation PACAT in der Region zu stärken. Im Rahmen einer vorausgegangenen Phase des Projektes hat sich gezeigt, dass die Trägerorganisation aus der Umsetzung des Projektes sehr viel gelernt hat grundsätzlich in der Lage erscheint, eine regionale Entwicklung für viele tausende von Kleinbauern in der Provinz voranzubringen.

Das Projekt verfolgt im wesentlichen folgende konkrete Ziele:

  • Förderung und Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion
  • Technische Beratung, Ausbildung im Bereich Landwirtschaft und Kleintierzucht
  • Stärkung der Gruppenmitglieder und Sensibilisierung der Führungskräfte durch Workshops und Austausch mit anderen Produzenten
  • Erweiterung der Vermarktungsstrukturen
  • Promotionskampagnen, um die unter dem Markennahmen „alli mikuy“ (gesunde Nahrung) vermarkteten Produkte von PACAT bekannt zu machen

Um  den agroökologischen Anbau zu festigen, soll gleichzeitig mit dem Projekt ein eigenes internes Zertifizierungssystem aufgebaut werden.

Projektverlauf
Auf Basis der Ergebnisse der Evaluierung der ersten Phase wird der Träger gemeinsam mit dem DED folgende Aktivitäten durchführen:

Beratung/Training/Ausbildung
Landwirtschaft: Im Rahmen des Projektes sollen weitere rd. 250 Kleinproduzenten aus verschiedenen Organisationen im Bereich der nachhaltigen Landwirtschaft geschult werden. Themeninhalte bilden v. a. der Bereich der biologischen Schädlingsbekämpfung, nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken, Bodenfruchtbarkeit, etc. Für die kleinbäuerlichen Familien werden die Beratungs- und Ausbildungsangebote z. T. zentral in den Gemeinden und individuell auf den Familienparzellen durchgeführt.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch einen entscheidenden Impuls für die positive Entwicklung der Familienbetriebe darstellt. Der Träger sieht daher mehrere Treffen in der Provinz vor, auf denen sich die Produzenten austauschen und gegenseitig motivieren können.

Vermarktung: Im Bereich der Vermarktung sollen weitere 120 Kleinbauern, die auf den Märkten als Verkäufer der Produkte tätig sind, zu Themen der Nachernte, Hygiene, Produktpräsentation und Kundenservice geschult werden.

In speziellen Kursen sollen weiterhin geeignete Kleinbauern als „Multiplikatoren“ im Bereich der Vermarktung ausgebildet werden, die ihre Kenntnisse an die Gruppenmitglieder ihrer jeweiligen landwirtschaftlichen Verbände/Kooperativen weitergeben können.

Weiterführung und Festigung des partizipativen Zertifizierungssystems: Die Mitgliedsfamilien sind im Umstellungsprozess hin zu einer zertifizierten Landwirtschaft. Der Träger sieht die Notwendigkeit, die Kleinbauern weiterhin bei der Umstellung zu unterstützen und die Kenntnisse der Bauern im Bereich der Zertifizierung zu festigen. Der Träger wird hier Kurse, Beratung, etc. anbieten. Diese Kurse können auch von anderen Kleinbauern der Region besucht werden. Sie können sich auch dem Zertifizierungsprozess anschließen, um ihre Bodenflächen für die Zertifizierung vorzubereiten.

Einrichtung eines Fonds für lokale Setzlinge und Saatgut: Ein wichtiger Maßnahmenbereich bildet das Sammeln, Bewahren und die Verbreitung von traditionellen Pflanzen. Die Samen und Setzlinge werden in einem Dateisystem erfasst und auf speziellen hierfür vorgesehenen Parzellen zur Züchtung eingesetzt. Auf lokalen Messen können die Kleinbauern die Samen und Setzlinge kaufen oder gegen andere Setzlinge tauschen. 

Ziel des Trägers ist es, die traditionellen Pflanzen der Region zu „retten“ und neu zu verbreiten. Hiermit verbindet sich auch das Ziel, die landwirtschaftliche Produktion auf den Familienparzellen zu diversifizieren, um die Ernährung der Familien aufzuwerten/ zu verbessern. Im gleichen Zuge sollen die neuen Produkte auch auf den Märkten verkauft werden, um die Angebotspalette der Kleinbauern zu erweitern und attraktiver für die Kundschaft zu machen.

Konsolidierung der Vermarktungsstrukturen / Unterstützung bei der Vermarktung : Der Träger geht davon aus, dass das Verkaufsvolumen auf den Märkten im Rahmen der Projektlaufzeit um weitere 10% angehoben werden kann.

Neben den oben erwähnten Kursen in den Bereichen Produktpräsentation und Hygiene, Kundenservice sieht der Träger vor, spezielle Promotionskampagnen in der Region durchzuführen, um die unter dem Markennahmen „alli mikuy“ (gesunde Nahrung) vermarkteten Produkte von PACAT bekannt(er) zu machen.  Nach Berichten des Trägers können die vorgesehenen Maßnahmen planmäßig umgesetzt werden.

In Kooperation mit dem lokalen Träger „PACAT“ und dem DED-Ecuador         Projektlaufzeit 2010 / 2011

 


Einige Photos aus dem Projekt in Zentral-Ecuador