Projekthintergrund
Über eine Millionen Menschen der etwa 3 Mio. Stadt Guayaquil leben in tiefer Armut in Elendssiedlungen, die meisten von ihnen im sumpfigen Mündungsgebiet des Rio Guayas. Das Leben in den Elendsviertel bedeutet kein Trinkwasser, fehlende Abwasserbeseitigung, katastrophale Wohnverhältnisse, kaum Schulen, unzureichende Gesundheitsversorgung, fehlende Müllentsorgung, Unterernährung, zerrüttete Familien, Alkoholismus, Kriminalität. All dieses sind typische Symptome tiefer Armut. Allein in dem Elendsviertel Isla Trinitaria leben ca. 80.000 Menschen in erbärmlichen Behausungen aus Karton, Holz oder Wellblech. Sie wurden in den Schlamm gebaut und prägen abwechselnd das Bild mit Bambus-Hütten, die von Brackwasser und Müll umgeben sind.

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Zielsetzung
Die christlich geprägte Organisation “Fundación Acción Solidaria” hat sich zum Ziel gesetzt, den Menschen, die in Isla Trinitaria leben, Perspektiven auf ein besseres Leben zu geben. Gearbeitet wird in erster Linie mit den Ärmsten der Armen und den Schutzbedürftigsten, den Kindern. Mit heimischen Spendengeldern konnte Acción Solidaria auf einem von der Stadt bereit gestellten Gelände eine Schule mit angeschlossener Küche, Essens- und Büroräume sowie einen kleinen textilen Hand­werksbetrieb errichten. In die Schule gehen fast ausschließlich Kinder, die auf der Straße leben, obwohl sie noch Familien bzw. allein erziehende Mütter haben. Doch diese Mütter haben meist keine Möglichkeit, ihre Kinder zu ernähren. Auf dem Gelände wurde eine Nähwerkstatt als Ausbildungs- und Produktionsstätte eingerichtet, um den Frauen Beschäftigung zu bieten. 

Der anfangs noch kleine Handwerksbetrieb entwickelte sich dank guter Kontakte zu heimischen Textilketten innerhalb nur eines Jahres zu einem kleinen Betrieb mit qualitativ guten und wettbewerbsfähigen Textilprodukten, der sich inzwischen selbst trägt und feste Arbeitsplätze für 9 Frauen geschaffen hat.

Ziel des Projektes ist es, die Einkommens- und allgemeine Lebenssituation alleinstehender Mütter und ihrer Kinder, die in extremen Armutsverhältnissen leben, dauerhaft zu verbessern. Aufgrund der guten Qualität der in dem Betrieb hergestellten Produkte besteht eine große Nachfrage an den gefertigten Textilien, wobei der kleine Betrieb aktuell nicht in der Lage ist, diese zu bedienen. Durch den Bau einer weiteren Werkhalle für den bereits bestehenden textilen Handwerksbetrieb sollen weitere 21 feste Arbeitsplätze sowie weitere Heimarbeitsplätze innerhalb des Schneidereibetriebes geschaffen und die Ausbildung von Frauen aus Elendsvierteln Guayaquils gesichert werden.

Projektverlauf
Zur Zeit der Projektantragstellung hatten erfreulicherweise private Firmen die Finanzierung von 14 speziellen Industrienäh- und Zuschneidemaschinen sowie die für einen textilen Betrieb notwendigen Materialien und Zubehör zugesichert, unter der Bedingung, dass die notwendige Gebäudeerweiterung anderweitig finanziert werden kann. Unmittelbar nach Erhalt der Fördermittel der Schmitz-Hille-Stiftung begannen die Bauarbeiten für die Werkhalle. Die Halle wurde im September fertig gestellt.

Die Firmen haben ihre Zusage eingehalten und die Nähmaschinen und das benötigte Kleinwerkzeug und das Material bereitgestellt. Das Projekt ist ein gutes Beispiel für ein vernetztes Zusammenarbeiten mit westlichen und lokalen NOG’s, den lokalen Behörden sowie mit der Privatwirtschaft mit Firmen aus der Region Guayaquil.

In Zusammenarbeit mit Fundación Acción Solidaria (FAS) – Projektbeginn: Juni 2009